12 Fragen

Was unterscheidet das Geburtshaus von einer Klinik?

Ob Geburtshaus, Klinik oder Hausgeburt - zunächst ist davon auszugehen, dass den Frauen kompetente Hebammen zur Seite stehen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Klinik und dem Geburtshaus Frankfurt besteht darin, dass wir eine begrenzte Anzahl an Frauen pro Monat zur Geburt annehmen. Dadurch können wir gewährleisten, dass jede Frau bei der Geburt von einer Hebamme betreut wird. Durch diese 1:1 Betreuung können wir der Gebärenden unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Im Geburtshaus Frankfurt sind immer zwei Hebammen im Dienst. Die erste Hebamme betreut die Gebärende während des gesamten Geburtsprozess und ruft zur Geburt des Kindes oder bei Komplikationen eine zweite Hebamme dazu. Ärzte arbeiten bei uns nicht. Wir greifen so wenig wie möglich in den Geburtsverlauf ein. Jede Geburt ist anders. Deshalb gibt es bei uns keine Routine-Maßnahmen. Eine Geburt im Gebzrtshaus ist grundsätzlich ambulant, das heißt, die Familie geht drei Stunden nach der Geburt nach Hause. Die Wochenbetthebamme übernimmt die weitere Betreuung.

Was geschieht, wenn sich zum gleichen Zeitpunkt mehrere Babys ankündigen?

Wir haben zwei Geburtsräume, in denen zwei Kinder gleichzeitig zur Welt kommen können. Selbstverständlich ist auch dann für jede Frau eine eigene Hebamme zuständig.

Bleibt eine Hebamme bis zum Ende der Geburt?

Das hängt davon ab, wie lange die Geburt dauert. Die Hebammen sind 24/12 Stunden im Bereitschaftsdienst. Dauert die Geburt länger als der Dienst, kommt eine Kollegin zur Ablösung.

In welchen Fällen wird die Frau in eine Klinik verlegt?

Etwa 27 Prozent aller Frauen, die ins Geburtshaus Frankfurt zur Geburt kommen, werden in eine Klinik verlegt. Am häufigsten ist das der Fall, wenn eine Geburt nicht weitergeht, ein sog. Geburtsstillstand. Seltener kommt es vor, dass eine Frau Schmerzmittel oder eine Periduralanästhesie (PDA) braucht, die sie im Geburtshaus nicht bekommen kann. Selten ist der Grund für eine Verlegung, dass die Herztöne des Kindes auffällig sind, es der Mutter schlecht geht oder Blutungen auftreten. Die Hebamme begleitet die Frau in die Klinik und übergibt die weitere Geburtsbetreuung an das dortige Team. Meistens bringen wir die Frauen in eine der nächstgelegenen Kliniken aber auch in jede andere Frankfurter Klinik, die sich die Frau und ihr Partner ausgesucht haben.

Über welche medizinische Ausstattung verfügt das Geburtshaus?

Wir arbeiten mit einem Herzton-Wehenschreiber (CTG) und einem kleineren, flexiblen Gerät (Dopton), mit denen die Herztöne des Kindes während der Geburt und auch im Wasser gehört werden können. Auf Notfälle sind wir vorbereitet. Alle notwendigen Geräte und Medikamente sind vorhanden.

Muss ich in die Klinik, wenn der errechnete Geburtstermin überschritten ist?

Nein. Drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Termin ist eine Geburt im Geburtshaus möglich. Ab dem errechneten Termin hören wir alle zwei Tage per CTG nach den Herztönen des Kindes. Am 12. und am 14. Tag nach dem errechneten Termin versuchen wir die Geburt mit Hilfe eines Rizinuscocktails einzuleiten. Am 15. Tag nach dem errechneten Termin geben wir die Betreuung an eine Klinik ab.

Wie häufig ist ein Dammschnitt?

Die Dammschnittrate liegt bei uns in den letzten Jahren bei 2 %. Nur wenn es für das Kind notwendig sein sollte, nehmen wir einen Dammschnitt vor. Falls ein Dammschnitt notwendig gewesen sein sollte, wird dieser ebenso wie andere Geburtsverletzungen nach der Geburt von einer Hebamme in örtlicher Betäubung versorgt.

Darf ich mehr als eine Begleitperson mitnehmen?

Wie Sie möchten, es ist Ihre Geburt. Die meisten Frauen werden von ihrem Partner begleitet, manche von einer Freundin, Bekannten oder Verwandten.

Wie lange kann man nach der Geburt im Geburtshaus bleiben?

Die meisten Familien fahren etwa drei Stunden nach der Geburt nach Hause, vorausgesetzt, dass es Mutter und Kind gut geht. Zwischenzeitlich ist genug Zeit sich kennenzulernen, auszuruhen, etwas zu essen, das Neugeborene zu stillen, die erste Vorsorgeuntersuchung zu machen und schließlich das Kind zu wiegen und anzuziehen. Die Wochenbetthebamme kommt in den ersten Tagen täglich und betreut Mutter und Kind in ihrer häuslichen Umgebung.

Gibt es Gründe, nicht im Geburtshaus angenommen zu werden?

Ja, in bestimmten Fällen ist die medizinische Ausstattung eines Krankenhauses vorzuziehen. Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften, vorausgegangenem Kaiserschnitt, Beckenendlagen, schwangerschaftsbedingten Erkrankungen (z.B. insulinpflichtiger Diabetes) oder schweren Grunderkrankungen ( z.B. Herzfehler) können nicht zu uns zur Geburt kommen. Diese und alle anderen Fragen klären wir gerne in einem persönlichem Gespräch mit Ihnen.

Wann kann ich mich zur Geburt im Geburtshaus anmelden?

Wir empfehlen, sich so früh wie möglich im Geburtshaus anzumelden. Dann bleibt für beide Seiten genügend Zeit, sich kennen zu lernen, sich auf die Geburt im Geburtshaus vorzubereiten und einen sicheren Platz auf der Geburtenliste zu bekommen. Unabhängig von der Geburt können Sie aber auch jederzeit in der Schwangerschaft zu uns kommen, um Beratungen, Vorsorgeuntersuchungen oder Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden in Anspruch zu nehmen.